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Do, 11:50 Uhr
24.03.2011

Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund

Jeden 4. Mittwoch des Monats versammeln sich Interessierte im Rosa Salon des Schlosses in Sondershausen, um unter der Überschrift "Treffs für Neugierige" Neues und Interessantes aus Natur und Gesellschaft zu erfahren. Am letzten Mittwoch war unser Leser Hans-Jürgen Schmidt bei diesem interessanten Thema dabei...

So auch am vergangen Mittwoch. 40 Neugierige aus Sondershausen, Nordhausen, Bendeleben verfolgten mit Interesse die Ausführungen von Dr. Ronny Rößler, dem Direktor des Museums für Naturkunde in Chemnitz zum Thema "Der versteinerte Wald von Chemnitz. Entdeckung, Entstehung, Erforschung". Selbst Bürgermeister Joachim Kreyer verfolgte die Ausführungen und hat in diesem Moment sicher die Sorge zum Haushalt der Stadt beiseite geschoben, da er "sehr geologisch interessiert sei", wie er es formulierte.

Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)

Vor 290 Millionen Jahren, im Perm, wurden ein Wald durch einen Vulkanausbruch für die Ewigkeit konserviert, so dass im Untergrund von Chemnitz Schätze zu finden waren, die Jahrhunderte mit Interesse die Paläontologen verfolgten. Bereits Georgius Agricola, einst Chemnitzer Stadtarzt und Bürgermeister hatte in die Literatur das Wort Fossil (lat. fossilis, das aus dem Boden gegrabenen) eingeführt und auch versteinerte Bäume in seinen Schriften erwähnte. Das war auch dem sächsischen Hof in Dresden bekannt.

Edelsteininspektoren wie Johann Gottlieb Kern und ab 1743 sein Nachfolger David Frenzel suchten im Auftrag des Sächsischen Kurfürsten nach Schmucksteinen. Aufsehen erregte dabei ein versteinerter Stamm, der im Jahre 1759 auf einen mit 28 Pferden bespannten Wagen nach Dresden transportiert wurde. Er stand als Hilbersdorfer Schatz im Dresdener Zwinger, der leider 1849 vom Sockel gestürzt wurde und in unzählige Stücke zerbrach. Jedoch nicht nur im Mittelalter war die Suche nach weiteren Fossilien von Interesse. Auch in der Gegenwart ging die Suche weiter. Am 4.April 2008 begann unter dem Motto "Auf Schatzsuche in Chemnitz" eine Grabung statt, die im Oktober 2010 beendet wurde. Sensationelles wurde gefunden.

Mit 216 Grabungshelfer wurden auf einer Fläche von 18x24 Metern 550 versteinerte Stämme gefunden. 48 davon stehen noch aufrecht an ihren Wuchsorten. 1000 Fossilabdrücke im Tuffgestein lässt erahnen wie der prähistorische Wald einst ausgesehen haben muss. Dazu gab es 250 Fundprotokolle und 18 000 Fotos und 10 500 Messwerte, die die Lage jedes Fundes sicherstellten. 3 Reptilienfunde, die man als Ur-Sauriere bezeichnete, ein extremitätenloser Hülsenwirbler und Spinnen waren Überraschungsfunde.

Ein besondere Schatz war ein 10 m langer und reich verzweigter Schachtelhalmbaum (Arthropitys bistriata), der im Jahr 2010 zum Fossil des Jahres gewählt wurde. All diese Fakten und Tatsachen veranlassten die Besucher zu einem anhaltenden Beifall am Ende der Ausführungen. Verschwiegen wurde auch nicht, dass es Probleme gibt. Obwohl unter anderen eine Spende von dem Vokswagenkonzern in Höhe von 300.000 € im Jahre 2008 als echte Hilfe betratet wurde, so ist Geldmangel immer dominierend.

Es werden dringend geologische Präparatoren benötigt, die dann sicher eine Lebensaufgabe vor sich haben, denn Kisten mit 700 Funden müssen bearbeitet werden. Hilfe wir dabei von 80 Wissenschaftlern aus mehr als 20 Länder erwartet, die die Grabungsstätte besuchten. Eine Frage steht allerdings im Raum: Was ist mit dem versteinerte Holz im Kyffhäusergebirge? Ausführungen dazu wären sicherlich auch von Interesse!

In einem nächsten Treff für Neugierige wird am 27.April unter dem Thema "Kunstfälschungen in der Geschichte" wieder Interessantes geboten.
Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Schatzsuche im Chemnitzer Untergrund (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)
Autor: khh

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