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Di, 11:39 Uhr
29.03.2011

Wir sind die besten

Diese Aussage können die Beamten der Nordthüringer Polizei durchaus so stehen lassen. Schließlich können sie mit der höchsten Aufklärungsquote in Thüringen glänzen. Jetzt wurden die Einzelheiten vorgestellt...

Statistik vorgestellt (Foto: nnz) Statistik vorgestellt (Foto: nnz)
Von links: Grabs, Köppen, Soszynski

Wie wir bereits berichtet hatten, sind im vergangenen Jahr 19.779 Straftaten erfasst worden, das sind 162 Fälle mehr als im Jahr 2009. Dabei wurden 9.389 Tatverdächtige ermittelt. Mit einer Aufklärungsquote von 68,4 Prozent sind die Nordthüringer Beamten die statistische Spitze des Freistaates. Erfreulich sei vor allem die Tatsache, dass die Zahlen der Kinder und Jugendlichen, die als Tatverdächtige ermittelt wurden, gegenüber dem Jahr 2009 deutlich zurückgegangen sind.

Geschlechterspezifisch betrachtet, sind die männlichen Tatverdächtigen klar „im Vorteil“, sagte Polizeidirektor Uwe Köppen. In Zahlen: Ermittelt wurden 7.167 Männer und 2.222 Frauen. Nichtdeutsche Tatverdächtige waren exakt 294 Personen. Und noch eine Zahl: Zwei Drittel der Täter wohnen in der Nähe des Tatortes.

Erfreulich zurückgegangen ist die Zahl der Diebstähle. Wurden im Jahr 2009 6.671 Fälle angezeigt, so mussten die Beamten im vergangenen Jahr „nur noch“ 6.169 Fälle bearbeiten. Allerdings ist etwa jede dritte Straftat ein Diebstahl. Anstiege der Fallzahlen sind bei Körperverletzungen, Vermögensdelikten sowie bei Drogendelikten zu beobachten.

In den vier Nordthüringer Landkreisen wurden im zurückliegenden Jahr 274 Drogendelikte mehr erfasst als 2009. Ermittelt wurden 1.081 Verdächtige. Weil die Drogendelikte immer mehr in den Fokus der Straftaten rücken, wurde vor zwei Jahren bei der Nordhäuser Kripo eine Arbeitsgruppe „Dope“ eingerichtet.

Nicht so erfolgreich waren die Beamten bei der Sicherstellung von Drogen. Beispiel Heroin: Im Jahr 2009 wurden 778 Gramm „hochgezogen“, im vergangenen Jahr waren es „nur“ vier Gramm. Einzig bei Hanfpflanzen zeigte der Pfeil nach oben.

Der Blick in die Regionen

Landkreis Nordhausen
Hier stehen 3.865 Straftaten im Jahr 2010 3.831 im Jahr davor gegenüber. Diebstahl, Betrug und Sachbeschädigung führten die Hitliste an. Übrigens wurden im Landkreis Nordhausen 211 Beleidigungen zur Anzeige gebracht.

Kyffhäuserkreis
Hier gab es einen deutlichen Rückgang. Wurden im Jahr 2009 noch 3.109 Tatverdächtige erfasst, so waren es im vergangenen Jahr 2.813. Auch hier stehen die Diebstähle im Mittelpunkt, gefolgt von Sachbeschädigung, Betrug und Beleidigungen. Die Aufklärungsquote lag bei den Beleidigungen übrigens bei 95,8 Prozent.

Neben die Polizeiinspektionen sind vor allem die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion (KPI) mit der Ermittlung von Straftaten befasst. Die KPI ist für alle vier Landkreise im Nordhausen des Freistaates zuständig. Hier sind mehr als 6.000 Fälle erfasst worden. Bei den so genannten „Straftaten gegen das Leben“ ist ein Rückgang von zwei Fällen von 2009 auf 18 im Jahr 2010 zu registrieren. Die Aufklärungsquote bei derartig schweren Verbrechen wie Mord oder Totschlag lag im Jahr 2010 bei 94,4 Prozent.

Nicht so gut sah es bei der Aufklärung bei Sexualdelikten aus. Hier wurden im vergangenen Jahr drei Viertel aufgeklärt. Gegenüber 164 Straftaten im Jahr 2009 ist ein Anstieg auf 234 im Jahr 2010 zu vermelden. Laut KPI-Leiter Detlef Grabs ist ein absoluter Anstieg nicht zu verzeichnen, hier können vor allem personelle Engpässe bei der Bearbeitung Ursache für diesen Anstieg um 70 Fälle sein.

Zu den besonders schweren Fällen der Kriminalität gehörten im vergangenen Jahr die Tötung eines Neugeborenen im Januar 2010 in Mühlhausen, die tödliche Attacke von Kampfhunden in Oldisleben, die aktuell vor Gericht verhandelt wird, sowie den mutmaßlichen Mord in Niedersachserfen, die aufgeklärt werden konnten. Der Tatverdächtige macht derzeit keinerlei Aussagen zu den Geschehnissen, hatte aber kurz nach seiner Verhaftung ein Geständnis abgelegt und die Ermittler zur Leiche der getöteten Frau geführt (siehe nnz-Archiv). Der Mord in Schernberg im Kyffhäuserkreis im Dezember 2010 ist aus Sicht der Ermittler geklärt und konnte der Staatsanwaltschaft übergeben werden.

Noch immer nicht abgeschlossen ist der so genannte Fall Dohle aus Klettenberg Anfang der 90er Jahre, die einem in Haft sitzenden Serientäter zugerechnet werden könnte. Allerdings macht der Verurteilte keinerlei Aussagen zu dem Verbrechen im Jahr 1992.

Übrigens: Während der heutigen Pressekonferenz wurden sowohl KPI-Chef Grabs als auch der Leiter der Polizeidirektion Nordhausen, Köppen, abgezogen. Im Unstrut-Hainich-Kreis hatte sich am Vormittag eine Geiselnahme ereignet, über die wir noch berichten werden.
Autor: nnz

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