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Di, 11:52 Uhr
29.03.2011

Probleme für junge Erwachsene

Die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren gehören mit einer Arbeitslosenquote von über 18 Prozent zu den Problemgruppen am deutschen Arbeits­markt. Das zeigt eine international vergleichende Studie der Bertelsmann Stiftung in Zusammenar­beit mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn. Hier die Details...


Während der Anteil derer, die we­der einer schulischen oder beruflichen Ausbildung noch einer Erwerbsarbeit nachgehen, in der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen lediglich vier Prozent beträgt, sind es bei den 20- bis 24-Jährigen bereits mehr als 15 Prozent.

Im Vergleich von 27 OECD-Staaten liegt Deutschland damit bei den 15- bis 19-Jährigen nahe an der Spitzengruppe auf dem sechsten Platz, jedoch bei den 20- bis 24-Jährigen und den 25- bis 34-Jährigen nur noch auf den Rängen 16 und 17. In allen drei Altersgruppen schneiden vor allem die Niederlande und Dänemark deutlich besser ab, während Italien, Spanien und die Türkei stets hin­tere Plätze belegen.

Die gängige Einschätzung einer im internationalen Vergleich geringen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland muss stark relativiert werden und ist vor allem auf die vergleichsweise lange allge­meine Schulpflicht und das weit ausgebaute staatlich geförderte Übergangssystem zwischen Schule und Berufsausbildung zurückzuführen.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass junge Menschen mit Ausbildungshemmnissen zwar zunächst in öffentlich geförderten Maßnahmen unterkommen, diese aber keinen Berufsabschluss vermitteln und somit auch keine nachhaltige Arbeitsmarktintegration gewährleisten können. Auffällig ist, dass in der höchsten Altersgruppe be­reits mehr als die Hälfte der Personen ohne Erwerbstätigkeit keine Bindung mehr zum Arbeits­markt hat, also nicht aktiv auf der Suche nach einer Arbeit ist.

Nachdem der Ausbildungsmarkt in Deutschland bis zur Mitte der 2000er Jahre sehr angespannt war und noch im Jahr 2006 knapp 50.000 unversorgte Bewerber hervorgebracht hat, ist in der letzten Zeit zwar eine deutliche Entspannung zu verzeichnen. Allerdings sind im letzten verfügba­ren Berichtsjahr 2009 je nach Zählweise auch zwischen 346.000 und 381.000 Jugendliche neu in Maßnahmen eingetreten, die auf eine Berufsausbildung vorbereiten sollen.

Diese Maßnahmen münden jedoch nicht unmittelbar in eine vollqualifizierende Berufsausbildung. In vielen Fällen fun­gieren sie eher als Warteschleifen, die zu selten die individuellen Defizite der Teilnehmer beheben. Damit besteht die Gefahr für Jugendliche in solchen Maßnahmen, dass sie danach dennoch keine gestiegenen Chancen auf einen regulären Ausbildungsplatz haben.

Um hier Abhilfe zu schaffen, fordert die Bertelsmann Stiftung im Rahmen ihrer Initiative „Über­gänge mit System“ eine grundlegende Reform des Übergangssystems. Demnach soll der Maß­nahmendschungel für Bewerber ohne Ausbildungsplatz auf zwei Wege reduziert werden: Jugend­liche, die in der Lage sind, eine Ausbildung zu absolvieren, sollen eine Ausbildungsgarantie erhal­ten. Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sollen hingegen zielgerichtet zur Ausbildungs­reife geführt werden und eine verbindliche Anschlussperspektive erhalten.

Die Beschäftigungsquoten für junge Menschen in Deutschland, die sich nicht mehr im schulischen oder beruflichen Bildungssystem befinden, weisen im internationalen Vergleich eine hohe Sprei­zung auf. Einerseits sind Hochschulabsolventen auffällig gut in den Arbeitsmarkt integriert, ande­rerseits fällt die Beschäftigungsquote für Geringqualifizierte sehr niedrig aus. Jugendliche mit mitt­lerer Qualifikation, also mit Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung, liegen bei der Beschäftigung im Mittelfeld. Das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit liegt für alle drei Qualifikati­onsgruppen in Deutschland in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen relativ hoch. So sind zwei von drei arbeitslosen Geringqualifizierten ohne weiterführenden Schulabschluss und ohne abge­schlossene Lehre länger als sechs Monate ohne Beschäftigung. Bei den jungen Erwachsenen mit Abitur oder abgeschlossener Berufsausbildung sind es 60 Prozent.

„Insgesamt fällt auf, dass die Arbeitsmarkt- und Bildungsteilhabe in Deutschland mit zunehmen­dem Alter junger Menschen abnimmt“, sagte Eric Thode, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung, bei der Veröffentlichung der Studie. „Eine derart negative Entwicklung finden wir sonst nur noch in Tschechien. In Deutschland sind nach wie vor viel zu viele junge Menschen mit Ausbil­dungshemmnissen in staatlich geförderten Qualifizierungsmaßnahmen, die zu keinem anerkann­ten Berufsabschluss führen. Das Ergebnis ist eine hohe Langzeitarbeitslosigkeit bei jungen Er­wachsenen.“
Autor: nnz

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