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Di, 10:14 Uhr
12.07.2011

Weniger "eingebuchtet"

Im Jahr 2010 standen nach ersten Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik 26 725 Personen wegen einer Straftat oder einem Vergehen vor einem Thüringer Gericht. Das waren 1 814 Personen bzw. 6,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Von den Einzelheiten sind Sie wie immer nur einen Klick entfernt...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, wurden 20 765 Angeklagte rechtskräftig verurteilt, das heißt, gegen sie wurde eine Freiheitsstrafe, Strafarrest oder Geldstrafe (bei allgemeinem Strafrecht) bzw. eine Jugendstrafe, Zuchtmittel oder Erziehungsmaßregeln (bei Jugendstrafe) verhängt. Verurteilt werden kann nur, wer zur Tatzeit strafmündig, also 14 Jahre oder älter, ist.

Sowohl die Zahl der Abgeurteilten als auch die der Verurteilten waren im Jahr 2010 so gering, wie noch nie seit Einführung der Thüringer Strafverfolgungsstatistik im Jahr 1997. In den letzten zehn Jahren sank die Zahl der Verurteilten um 20 Prozent. In weiteren 955 Fällen entschieden die Gerichte auf Freispruch, in 4 947 Fällen wurde das Verfahren eingestellt und von einer Strafe abgesehen, gegen 58 Personen wurde eine Maßregel ausgesprochen. Die Verurteilungsquote betrug 77,7 Prozent.

Gründe für Verurteilungen

Die Zahl der Verurteilten war in allen Hauptdeliktgruppen rückläufig. Die meisten Verurteilten (17 508 Personen) hatten gegen das Strafgesetzbuch und 3 257 Personen gegen andere Gesetze verstoßen. An der Spitze lagen - wie in den Jahren zuvor - die Straftaten gegen Eigentum und Vermögen, dies waren Diebstahl und Unterschlagung (16 Prozent), Raub und Erpressung (1 Prozent) und die so ge-nannten anderen Vermögens- und Eigentumsdelikte mit einem Anteil von 28 Prozent (hier insbeson-dere Betrug und das Erschleichen von Leistungen).

Straftaten im Straßenverkehr

Mehr als ein Fünftel aller Schuldsprüche wurde wegen Straftaten im Straßenverkehr ausgesprochen. Mit 4 576 Verurteilungen wegen Delikten im Straßenverkehr wurden so wenig Angeklagte wie noch nie in Thüringen schuldig gesprochen. Gegenüber 1998 hat sich die Zahl sogar halbiert. Weit mehr als die Hälfte (59 Prozent) aller wegen Straftaten im Straßenverkehr Verurteilten stand zur Tatzeit unter Einfluss von Alkohol oder einem anderen berauschenden Mittel.

Vorverurteilungen

Mehr als die Hälfte aller Verurteilten (11 065 Personen) war bereits wegen eines oder mehrerer anderer Verbrechen oder Vergehen vorverurteilt, ein Drittel von ihnen sogar fünfmal oder häufiger. Der Anteil der Verurteilten mit Vorverurteilungen ist in den letzten fünf Jahren permanent gestiegen.
Autor: nnz

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