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Mo, 14:38 Uhr
17.06.2019
Landespolitiker äußern sich

Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase

Interessierte Bürger waren recht herzlich eingeladen eine Wanderung mit dem Ministerpräsidenten Thüringens zu unternehmen...


Der Kreisverband der Linken hatte zur Wandertour mit Bodo Ramelow eingeladen. Am Sonntag hatten sich interessiert Bürger vor dem Forstamt Sondershausen eingefunden.
Die Begrüßung hatte Dietmar Strickrodt (Die Linke) als Kreissprecher übernommen.


Bodo Ramelow betonte, eigentlich ist er ja nicht als Ministerpräsident unterwegs, sondern eher privat, um verschiedene Regionen Thüringens zu erwandern. Es war nicht seine esrte Station und es sollen weitere folgen. Ziel sei es, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und das wurde auf der Strecke zwischen dem Forstamt und dem Possen von vielen Teilnehmern genutzt.


Große politische Statements hat er nicht abgegeben, dass sei nicht Ziel seiner Wanderungen. Trotzdem nahm er sich die Zeit die beiden Landtagskandidaten für die nächste Landtagswahl kurz vorzustellen. Es sind Dr. Iris Martin-Gehl (sitzt aktuell bereits im Landtag) für den Westteil des Kreises und Dietmar Strickrodt für den Ostteil des Kreises.

Ganz ohne Politik ging es doch nicht ab. In kurzen Worten informierte er über die kritische Lage der Thüringer Wälder. Die anhaltende Trockenheit und der Borkenkäfer (Bildergalerie Borkenkäfer aus unserer Region) haben vor allem den Wäldern in Ostthüringen schwer zu gesetzt. Dort sind teils 80 Prozent der Bäume (vor allem Nadelhölzer) nicht mehr zu retten.

Wir brauchen in Größenordnung Pflanzgut für neue Bäume. Es wird wohl Jahre dauern, ehe die Schäden beseitigt sind. Am heutigen Montag will er sich mit privaten Walsbesitzern sprechen, wie die Situation gemeister werden kann. Er rief auf, dass Holz solle gewandelt werden und zum Beispiel für den Hausbau verwendet werden.


Die Tour wird vom Forstamt Sondershausen, Uli Klüßendorf und Ralf Hubert begleitet (Bildergalerie). Zuerst machte man Station am jüdischen Friedhof. Hier informierte Bettina Bärnighausen vom Schlossmuseum in einem kurzen Vortrag zur historischen Geschichte dieses Ortes, der zu den ältesten jüdischen Friedhöfen in Thüringen zählt.


Danach ging es weiter zum Spatenbergturm oder besser unter dem Namen Bismarck-Turm bekannt.Der Vereinsvorsitzende des Vereins „Statt Urwald-Kulturwald am Possen und Hainleite e.V.“ Dr. Heinz Scherzberg und die Blutbuchenkönigin Jennifer I. begrüßten den Gast.
Ramelow dankte dem Verein für das große Engagement in der Region.


Thema beim Blick vom Spatenbergturm war der Zustand des Waldes. Uli Klüßendorf und Ralf Hubert machten dem Gast auf den kritischen Zustand des Waldes auch am Possen aufmerksam. Auch wenn es nicht ganz so dramatisch ist wie in Ostthüringen, auch im Laubwald hier und insbesondere bei den Buchen, sind erheblich Schäden zu verzeichnen. Während der Wanderung machten beide immer wieder auf die abgestorbenen Buchen aufmerksam.

Kommentar kn:
Das Absterben der Buchen sollte zu denken geben. Die Bäume in der Waldwildnis sind zu einem großen Teil Buchen. Wenn Buchen wegen Trockenheit absterben, ist besonders mit wenig Neuwuchs von Bäumen zu rechen. Ohne Eingriff des Menschen (Pflanzung trockenheitsresistenter Bäume) könnte der bisherige Buchenwald verbuschen. Die Gefahr ist leider nicht von der Hand zu weisen und wird sich erst in vielen Jahren zeigen.



Am Rondell gab es eine kurze Rast, wo man die Aussicht auf Sondershausen genießen Nach unten an den Fuß des Denkmals durfte man aber nicht schauen. Das dort Bäume nach dem Fällen (Sicherungsmaßnahme) nicht mal mehr abtransportiert werden, hat kn bereits beichtet:
Wie sieht es denn hier aus?
Die neue Waldwildnis lässt grüßen.

Wenn es in der Einladung hieß, über den Göldner Rundweg zum Possen wandern, dann stimmte es nicht mehr. Der Rundweg wurde eingestellt, weil er durch die Waldwildnis führt und nur von regionaler Bedeutung ist. Damit wird der Weg von möglichen umgestürzten Bäumen nicht mehr bereinigt. Auch von den Wanderwegen Naturlehrpfad und Großer Possenrundweg wurden die Hinweiszeichen entfernt, wie Forstamtsleiter Uli Klüßendorf auf Nachfrage bestätigt. Wie es weiter mit dem Tourismus in der Waldwildnis gehen soll, ist kn nicht bekannt. Man darf gespannt sein.

Nach einem Mittagessen verabschiedete sich Bodo Ramelow von den Wanderern per Handschlag. Bleibt nur zu hoffen, dass er nach den vielen Informationen, die er erhalten hat, seine Rückschlüsse zum Thema Wald ziehen kann, auch vielleicht für den Possen, zumindest aber zum Arbeiten mit dem Forst.
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ramelow: Thüringer Wälder in schwieriger Phase (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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Kommentare

17.06.2019, 19.29 Uhr
muraschke | Handeln statt Wandern ...
Eigentlich müßte eine große Menge Geld in die Hand genommen werden, um unsere Wälder gegen die Klimaauswirkungen zu wappnen. Ausreden gibt es da nicht mehr ... und Geld, das an anderer Stelle sinnlos klimaverbraten wird (Flughafen, Oberhof ...) ist ja eigentlich auch [genug] da.
Scheinbar meinen es die Damen und Herren der "Reformkoalition" nicht so ernst mit der proklamierten Grün[d]lichkeit.

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18.06.2019, 11.26 Uhr
Gesperrt | Handeln und Inch`Allah
Wer von Ramelow Handeln in Bezug auf deutsche Wälder erwartet, hat etwas vergessen: Den schönsten Tag im Leben des Bodo Ramelow am 5.9.2015.

Mit Inch`Allah begrüßte Thüringens Ministerpräsident 570 Asylforderer in Saalfeld an diesem Tag. Dieser Tag sei sein schönster Tag im Leben.

Welche Prioritäten setzt wohl so ein Ministerpräsident in seiner Arbeit? Das ist unschwer, zu erraten:
Die Devise: "Wir müssen allen Fremden dieser Welt helfen" ist natürlich wichtiger als der Erhalt des heimischen Waldes. Für Beides ist leider kein Geld da, wie so oft.

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18.06.2019, 18.57 Uhr
5020EF | Liebe Oktobersonne!
Vielleicht will Herr Ramelow aus unserem Wäldern wegen dem Klima Opiumfelder machen... dann kann man Menschen die aus dessen ursprünglichen Anbaugebieten entstammen natürlich sofort zu Fachkräften machen..

Und Mohnblumen können auch CO2 in Sauerstoff umwandeln (Photosynthese) ... also brauchen wir den Wald nicht mehr...

...anderseits: was weiß ich was der Ramelow denkt...

;)

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