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Fr, 15:06 Uhr
19.07.2019
Landespolitiker äußern sich

Eine FaceApp

Da bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Dazu einen Meldung von Dr. Lutz Hasse Thüringer Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit...


Niemand möchte gern bloßgestellt werden und sein Gesicht verlieren, doch jeder, der FaceApp nutzt, riskiert genau dies.

FaceApp erlebt gerade ein Hype und ist auf Platz 1 der App-Store Charts.

Doch Vorsicht ist geboten:

Nicht nur, dass jedes Foto, welches verändert werden soll, auf die Server des russischen Anbieters zur Bearbeitung hochgeladen wird. Zudem möchte die App, soweit bisher feststellbar, Zugriff auch auf alle Bilder des Endgeräts nehmen... :-((

Kommen auch KI-Algorithmen zum Einsatz, die anhand der biometrischen Merkmale des Gesichts Persönlichkeitsprofile und damit auch Verhaltensprognosen erstellen? Der App-Hersteller lässt sich jedenfalls umfangreiche Rechte am übertragenen User-Content einräumen und User-Content ist weitaus mehr als nur das Bild.

Werden die Bilder und ihre Folgenutzungen bei Bedarf gelöscht? Fraglich, jedenfalls nicht vor Ort kontrollierbar…

Das eigene Gesicht mit FaceApp altern zu lassen oder anderweitig zu verändern mag noch lustig sein. Doch spätestens, wenn Bilder von anderen Personen, Ex-Partnern, Geschäftspartnern, Konkurrenten verändert und anschließend z.B. über soziale Medien geteilt werden, hört der Spaß auf und die Rechtsprobleme beginnen!

Dr. Lutz Hasse (TLfDI): „Das bisschen Spaß kann die Nutzer in vielerlei Hinsicht teuer zu stehen kommen. Die App ist auch nicht kostenlos – alle Nutzer zahlen in großem Umfang mit ihren biometrischen (!!) Daten, die zu Zwecken genutzt werden dürfen, von denen die Nutzer leider oft keine Vorstellung haben. Vielleicht einfach mal Verzicht üben und auf die Privatsphäre achten.“


Mehr Infos unter: www.tlfdi.de
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Kommentare

19.07.2019, 15.32 Uhr
tannhäuser | Vielleicht...
...erträgt man ja das eigene zukünftig gealterte Gesicht (Oder auch nicht).

Aber es hat schon etwas von Zombieland und Scheidungssehnsucht, sich damit zu beschäftigen, wie der/die Partner*In In 20 Jahren Jahren aussehen könnte ;)

Sorry, wer sich solchen Schrott freiwillig herunterlädt darf gerne ausgespäht und datenberaubt werden.

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19.07.2019, 16.16 Uhr
Kobold2 | Ganz meine Meinung Tannhäuser
Dinge, die die Welt dringend gebraucht hat.
Wenn man die niederen Instinkte weckt ( Neugier) funktioniert's fast immer.

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19.07.2019, 18.40 Uhr
tannhäuser | Danke Kobold2!
Ich habe jetzt endgültig verstanden, was Sie mit "Betreutem Denken" meinen.

Allerdings sind wir mit solchem Schwachsinn wie dieser App schon bei "Selbstentmündigung" angekommen.

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20.07.2019, 11.39 Uhr
Mueller13 | Biometrisches Foto auch im Perso oder Reisepass
Man regt sich auf, wenn man ein Foto für eine App übermittelt. Aber dass der Staat biometrische Fotos plus Fingerabdruck für alle möglichen Ausweise von den Einheimischen einfordert, wird nicht moniert.

Ich überlege gerade, was schlimmer ist: einem Russen mein Bild zu übermitteln, der maximal ein Bild (muss ja nicht meins sein) und die dazugehörige Telefonnummer hat oder dem Staat, der alle möglichen Querverlinkungen damit erstellen kann.

Intelligenterweise verzichtet man auf beides... oh warte, in dem einem Fall geht das ja nicht...

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20.07.2019, 11.52 Uhr
tannhäuser | Es ist unbestritten...
...dass wir "gläserne" Bürger sind.

Aber wenn ich schon in einen gesetzlich verordneten sauren Apfel beißen muss heisst das nicht, dass ich mir auch freiwillig eine verfaulte Banane auf den Tisch lege.

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