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Sa, 09:37 Uhr
09.11.2019
BUND Thüringen: Grünes Band als Denkmal erhalten!

Grenzen trennen – Natur verbindet

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls hebt der BUND Thüringen die zentrale Bedeutung des Grünen Bandes als Mahnmal der Geschichte und Lebensraum für bedrohte Tier und Pflanzenarten hervor. Als lebendiger Erinnerungsort muss es als Nationales Naturmonument auf gesamter Länge geschützt und für die Nachwelt bewahrt werden. In einem zweiten Schritt sollte die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe für den gesamten ehemaligen Grenzstreifen angestrebt werden.

„30 Jahre Mauerfall bedeuten auch 30 Jahre Grünes Band“, erklärt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Kein anderes Denkmal kann die friedliche Überwindung der deutsch-deutschen Teilung so authentisch verkörpern. Aus einer einst lebensverachtenden Grenze hat sich im Stillen eine einmalige Perlenkette artenreicher Biotope entwickelt, die Menschen heute als Erholungs- und Begegnungsort zugleich dient.“

30 Jahre Mauerfall stehen auch für 30 Jahre BUND-Geschichte. Bereits am 09.12.1989 lud der Bund Naturschutz in Bayern Naturschützer aus Ost und West zur Besprechung über Lebensräume im ehemaligen Todesstreifen ein. Knapp 400 Menschen verabschiedeten dort eine Resolution zum Schutz des Grünen Bandes.

„Wir freuen uns, dass eine Idee, die der BUND schon vor 30 Jahren entwickelte, bereits in Thüringen und Sachsen-Anhalt Früchte getragen hat“, resümiert Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. Nach der Ausweisung des Grünen Bandes Sachsen-Anhalt als Nationales Naturmonument ist nach Thüringen bereits das zweite Teilstück des ehemaligen Todesstreifens vor weiterer Zerstückelung geschützt.

„Jetzt müssen die anderen Bundesländer diesem Beispiel folgen. Denn nicht nur als historischer Sicht ist das Grüne Band schützenswert. Allein am Grünen Band Thüringen haben beispielsweise mehr als 1.200 geschützten Arten einen Rückzugsort gefunden. In der Rhön sind das neben der Wanstschrecke auch der Thymian-Ameisenknopf-Bläuling, der Lungenenzian und die Arnika. Deshalb setzen wir uns auch nach 30 Jahren mit aller Kraft für den Erhalt des Grünen Bandes und seine Unterschutzstellung ein“, erklärt Hoffmann.

Für die zukünftige Gestaltung des Grünen Bandes als Schatzkammer der Artenvielfalt, Erinnerungslandschaft und Lebensraum für Mensch und Natur braucht es aus Sicht des Verbandes allerdings auch weiterhin die Unterstützung der Akteure vor Ort: „Gemeinsam haben wir schon viel erreicht. Unser Dank gilt vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich immer wieder mit Herzblut engagieren. Und nur mit vereinten Kräften können wir auch zukünftig sicherstellen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder am Grünen Band etwas über die Vielfalt der Natur und die Deutsch-Deutsche Geschichte lernen können.“
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Kommentare

09.11.2019, 12.01 Uhr
Andreas Dittmar | Hab da mal eine Frage an die Akteure.....
Wie sieht es eigentlich mit den Eigentumsverhältnissen/Eigentumsrechten und der Bewirtschaftung links und rechts vom ehemaligen Grenzstreifen aus ?

Das Land hat doch bestimmt auch mal jemandem gehört bzw. wurde nach dem Mauerfall an die rechtmäßigen Eigentümer zurückübertragen. Werden diese Leute dann auch finanziell für die eingeschränkte Nutzbarkeit durch das "Grüne-Band"-Gesetz entschädigt ?

Leute welche in Grenznähe wohnten, wurden ja zu DDR-Zeiten auch teilweise enteignet und ins Inland deportiert. Ortschaften wurden eingeebnet.

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09.11.2019, 14.02 Uhr
harzwj | Habe da auch noch eine Frage,...
wäre es dem Tourismus nicht dienlich, wenn das "Grüne Band" nicht auch als Fernradweg auf ganzer Länge, möglicherweise wegen entstandenen Biothopen auch mit Umleitungen, ausgebaut würde? Die persönlichen Erfahrungen beim Befahren des "Weserradweges" zeigt, wie der Tourismus an seinen Flanken blüht. Das wäre eine zusätzliche sinnvolle Aufgabe des BUND, natürlich länderübergreifend. Der Klimaschutz könnte damit zusätzlich aktiv unterstützt werden.
W. Jörgens

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