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Fr, 19:00 Uhr
06.05.2022
Heftige Diskussionen im Sondershäuser Hauptausschuss

Müssen zwei Kindergärten wegen Geldmangel schließen?

In der 32. Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Sondershausen kam es am gestrigen Abend zu starken Kontroversen bezüglich der Haushaltskürzungen im Bereich der Kinderbetreuung. Besonders stark von den Kürzungen betroffen sind die Evangelischen Kindertagesstätten „Arche Noah" in Sondershausen/ Stockhausen und Großfurra…

Integrative Kindertagesstätte "Arche Noah" - Haus 1 (Foto: Eva Maria Wiegand) Integrative Kindertagesstätte "Arche Noah" - Haus 1 (Foto: Eva Maria Wiegand)


Im öffentlichen Teil des gestrigen Hauptausschusse wurde die dramatische finanzielle Lage der beiden Kitas durch drei Vertreterinnen erläutert. Rederecht erhielten Frau Meyer-Wuth (Vertreterin des Kreiskirchenamtes Eisenach), Frau Szemendera (Leiterin der Kita „Arche Noah“- Haus 1 in Sondershausen/ Stockhausen) und Frau Zornemann (Leiterin der Kita „Arche Noah“ - Haus 2 in Großfurra).

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Bereits im August 2021 wurde die Stadt Sondershausen über die finanziellen Probleme der Kitas informiert. Die Stadt Sondershausen legte eine Pauschale von 800 Euro pro Kind und Monat für die Refinanzierung der Betriebskosten fest. Mit der Pauschale können die beiden Kitas schon jetzt ihre Unkosten nicht mehr decken und durch die steigende Inflation sieht die Situation für das Jahr 2022 düster aus. Mangelnde bzw. falsch verstandene Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und den Einrichtungen im Vorfeld führten im Hauptausschuss zu einer angespannten Diskussion. Die Offenstände beider Kitas betragen 150 Tausend Euro.

Frage von Herrn Reizig, inwieweit die Kosten auch durch die Integration entstehen, wurden folgendermaßen erläutert: Der Bereich Integration, darunter alle Anschaffungen und Kosten für das Fachpersonal laufen nicht über die Kommunen, sondern das Sozialamt des Landkreises ist dafür zuständig. Die finanzielle Problematik betrifft den Regelbereich und nicht die Integration. Die Kitas werden komplett über die Trägerschaft der evangelischen Kirche finanziert. Die Kommune holt sich die Gelder, die zur Finanzierung der Kindergärten benötigt werden über eine Förderung vom Bund.

„Die Eltern haben, als uns die Stadt Sondershausen über die Kürzungen informiert hat, von unserer Einrichtung ein Schreiben mit dem Sachverhalt bekommen. Alle Eltern werden von uns auf dem Laufenden gehalten. Wichtig ist es für die Eltern, dass die Verantwortlichen an der Problematik dran bleiben und sich für die Belange der Kinder und den Erhalt der Kitas einsetzen", so Grit Szemendera. Eine Erhöhung der Kita-Gebühren ist momentan noch nicht im Gespräch, jedoch auch nicht ganz ausgeschlossen, denn Qualität hat seinen Preis, so die Leiterin weiter.

Die Betreuungsgebühren pro Kind und Monat betragen in beiden Einrichtungen zwischen 85 und 130 Euro, damit liegen die betroffenen Kitas noch im unteren Preissegment.

Mareen Biedermann, Fachbereichsleiterin für Soziales der Stadtverwaltung Sondershausen, versuchte die Lage mit Zahlen und Fakten zu beruhigen, was in Anbetracht der finanziellen Schwierigkeiten der Kitas „Arche Noah 1+2" kein Verständnis bei den „Antragstellerinnen" hervorrief.

Im Laufe der Diskussion wurde seitens des Bürgermeisters Steffen Grimm und der Ausschussmitglieder nach einer Lösung gesucht. Tobias Schneegans (Volkssolidarität) regte eine zeitlich begrenzte Stundung der Rückforderung der Überschüsse für das Jahr 2021 an. Dies würde allen Beteiligten für die nächsten sechs Monate Luft verschaffen, um nach weiteren Lösungen zu suchen. Ob es zu einer Stundung kommt, wurde nicht entschieden, da der Hauptausschuss dazu nicht befugt ist.

Bürgermeister Steffen Grimm sagte dazu im Anschluss den Kyffhäuser Nachrichten: „Wir wollen den Betrieb der Einrichtungen nicht gefährden und schon gar nicht, dass jemand in fianzielle Schieflage gerät und plötzlich vor den Aus steht. Wir wollen nur herausfinden, wo der Unterschied zwischen den Kitas liegt. Wir prüfen die Zahlen und setzen uns am 24. Mai wieder mit den Leitungen der „Kita Arche Noah" zusammen. Die schleppende Bearbeitung in diesem Fall ist auch durch zeitweisen Personalmangel entstanden, was natürlich keine Entschuldigung sein darf."

Die Kyffhäuser Nachrichten werden Sie weiter über die Verhandlungen auf dem Laufenden halten.
Eva Maria Wiegand



Autor: emw

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