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Do, 18:06 Uhr
19.05.2011

Zu Unrecht im Ein-Euro-Job?

Tariflohn statt Hungerlohn: Wenn ein Hartz-IV-Empfänger einen unzulässigen Ein-Euro-Job vermittelt bekommt, dann stehen seine Chancen gut, den üblichen Lohn nachgezahlt zu bekommen. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt Nordthüringen hingewiesen...


Nach einem aktuellen Urteil des Bundessozialgerichtes (Az: B 14 AS 98/10 R) steht Ein-Euro-Jobbern der Tariflohn zu, wenn ihre Arbeit – anders als vom Gesetzgeber verlangt – dazu geeignet ist, eine reguläre Stelle zu verdrängen.

„Ursprünglich sollten Ein-Euro-Jobs dazu dienen, Langzeitarbeitslosen eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt zu bauen. Dazu gehört auch, dass nur in Extra-Jobs vermittelt werden darf. Stellen also, die es sonst so nicht geben würde“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nordthüringen, Wilfried Grams. „Es ist übel, wenn die Ein-Euro-Jobber als Ersatz-Arbeitskräfte gegen reguläre Jobs eingesetzt werden. Dann also, wenn die Arbeitgeber eigentlich ordentliche Arbeitsplätze schaffen müssten“, sagt Wilfried Grams.

„Hier wird Schindluder getrieben – zu Lasten von Langzeitarbeitslosen. Aber auch auf Kosten von regulär Beschäftigten“, kritisiert der IG BAU-Bezirksvorsitzende: „Umso besser, dass das Bundessozialgericht dem nun einen Riegel vorgeschoben hat.“ Nach Ansicht der IG BAU haben die Richter damit ins Schwarze getroffen: Der Bundesrechnungshof gehe davon aus, dass etwa der Hälfte aller Ein-Euro-Jobs die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung fehle.

Betroffenen rät Wilfried Grams, sich darüber zu informieren, ob sie Widerspruch einlegen können: „Wer Zweifel an der Rechtmäßigkeit seines Ein-Euro-Jobs hat, sollte schnellstmöglich Widerspruch einlegen.“ Mitgliedern unter ihnen rät er, schnell das Gespräch mit den Rechtsschutz-Experten der IG BAU zu suchen.
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Kommentare

19.05.2011, 22.58 Uhr
Stallbursche | Bleibt nur....
zu hoffen, dass genug Betroffene den Mut haben und das ihnen zustehende Geld einzuklagen. Von allein werden die Jobcenter nicht tätig. Im Gegenteil, sie werden mit allen Mitteln versuchen, dieses zu unterbinden.

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20.05.2011, 14.56 Uhr
Heimathistoriker | Entsetzliche Arbeitszustände
Ich bin entsetzt, dass sich die Ein-Euro-Jobber das gefallen lassen!

Wie kann es sein, das sich die Jobcenter rausreden, bzw. die Ein-Euro-Jobber noch bestrafen? (Die Leute werden ja schließlich bestraft, wenn sie die Arbeit nicht annehmen!)

Es ist traurig, dass sich die Leute soweit herablassen (müssen) eine solche Arbeit zu machen! Was wäre denn, liebes Jobcenter NDH, wenn jemand einen solchen 1-Euro-Job verweigern würde, weil er von vornherein sich denken kann, dass dieses sittenwidrige Arbeit ist?

Jeden (betroffenen) 1-Euro-Jobber kann ich nur anraten, sich rechtzeitig zum DGB Nordhausen, Neustadtstraße 6 hinzuwenden!

Desweiteren schließe ich mich Werners Meinung an!

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20.05.2011, 16.13 Uhr
Stallbursche | Steuermillionen in Sand gesetzt
Wie den Nachrichten zu entnehmen ist, zieht Frau von der Leyen das nächste hochgepriesene REFORMPAKET zurück. Es handelt sich hierbei um den So genannten Kombilohn.

Haben von der Leyen und ihre Handlanger endlich eingesehen, das diese Reform nur die so genannten ARBEITGEBER reich gemacht hat. Ende des Jahres wird die Kombilohnmasche eingestellt.

Ich nehme an sie wird durch das durch und durch aufgeweichte Bürgerarbeitsmodell ersetzt. So wie es zur Zeit aussieht, kann man durch die Variante viele rechtliche Vorgaben umgehen. So gibt es für diese Arbeit nicht den zuerst dargestellten Tariflohn. Es wird auch weiter dazu führen, dass man Arbeitskräfte nach belieben einsetzen kann. Der Ein-Euro-Job gehört dann der Geschichte an.

Denn diese waren noch an Soziale Arbeit gebunden, wobei das auch immer wieder unterwandert wurde, wie sich an Beispielen belegen lässt.

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