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Do, 17:08 Uhr
07.07.2011

Einsatz als ORF-Bataillon

Seit dem 1. Juli 2011 ist das Raketenartilleriebataillon132 aus Sondershausen als Leitverband für das Operative Reserve Bataillon der NATO auf dem Balkan verantwortlich. Was es damit auf sich hat, informierte heute der Kommandeur...


Haben Sie in den letzten Tagen Soldaten beobachtet, die an ihrer Uniform am rechten Oberarm nicht mehr das übliche Zeichen mit dem Löwen dran haben, sondern dieses neben stehende neue Zeichen? Diese Abzeichen haben einen besonderen Grund. Soldaten, die zum Leitverband für das Operative Reserve Bataillon der NATO gehören, werden mit diesem Ärmelabzeichen gekennzeichnet. Der Kommandeur des Raketenartilleriebataillon132 aus Sondershausen, Oberstleutnant Klaus Glaab, erläuterte den Hintergrund.


Das ORF-Bataillon (Operational Reserve Forces) wird im Wechsel zwischen Deutschland und Italien für 6 Monate für die Einsatzgebiete Bosnien-Herzegowina und Kosovo bereitgestellt und kann innerhalb von 7 Tagen nach Alarmierung komplett in das Einsatzland verlegt werden. Das Material (Fahrzeuge und große militärische Ausrüstung) sind bereits im Kosovo vor Ort gelagert, so dass im Grund "nur" der Flug stattfinden muss, um rund 700 Soldaten bei einer sich verschärfenden Sicherheitslage als Verstärkung in Marsch zu setzen. Allerdings sieht die Situation zurzeit so aus, dass die Lage ruhig ist und sich kein Einsatz abzeichnet.

Das ORF-Bataillon für das 2. Halbjahr 2011 setzt sich aus zwei Nationen zusammen, nämlich Soldaten aus Österreich (120) und Deutschland (580), wobei die Masse der Soldaten aus Sondershausen gestellt wird. Nichts desto trotz unterstützen Spezialisten aus insgesamt 20 Standorten und 12 Truppengattungen der Bundeswehr und des Österreichischen Bundesheeres diesen Auftrag. Bei den 12 Truppengattungen der Bundeswehr sind aber keine Kampfeinheiten dabei, sondern solche teile wie Logistik, Sanitätseinheiten, Nachrichtentechnik usw., während Österreich eine Fallschirmjägerkompanie stellt.

Bis zum 25. Juni 2011 war das ORF-Bataillon dazu in einer zweiwöchigen Großübung auf den Truppenübungsplatz Letzlinger Heide in der Altmark zur abschließenden Zertifizierung im Einsatz, um die Einsatzbereitschaft unter Beweis zu stellen. Diese Übung stellte den Höhepunkt einer fast 15-monatigen Vorbereitungs- und Ausbildungsphase für diesen wichtigen, wenn auch teilweise aus dem medialen Interesse entrücktem Einsatzgebiet, dar. Die Sondershäuser Soldaten werden diese Einsatzbereitschaft bis zum 21. Dezember 2011 sicherstellen und danach an einen Verband aus Bruchsal übergeben.

Für die Soldaten hat das am Standort natürlich auch Konsequenzen, denn man muss jederzeit telefonisch erreichbar sein, wie der Kommandeur im Gespräche mitteilte. Im Einsatzfall müssen die ersten Soldaten schon nach 12 Stunden abfliegen, der letzte am 6. Tag.

Und was wären die Aufgaben im Einsatzgebiet? Dazu sagte Oberstleutnant Glaab, es geht u.a. um Objektschutz für religiöse Objekte (hier gibt es bereits eine fertige Liste bei der Nato - z.B. serbisch- orthodoxe Klöster im Kosovo), um Auflösung möglicher gewalttätiger Demonstrationen und um normale Sicherungs- und Kontrollaufgaben.

Am Anfang des Gesprächs gab aber der Kommandeur sofort klar zu verstehen, im Pressegespräch geht es nicht um Strukturfragen, Stationierungen oder ähnlichem, denn hierzu sind noch keine Entscheidungen bekannt, wie es nach der Bundeswehrreform weitergehen soll.
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